Zecken 2024

Aufgrund des milden Winters erwarten Biologen dieses Jahr eine besonders hohe Zeckenbelastung.
Um Zeckenbissen vorzubeugen und richtig damit umzugehen, können die folgenden Maßnahmen hilfreich sein:

Vorbeugung

  1. 1. Geeignete Kleidung: Trage lange Hosen und langärmelige Hemden, wenn du dich in zeckenreichen Gebieten aufhältst. Helle Kleidung hilft, Zecken besser zu erkennen.
  2. Insektenschutzmittel: Verwende repellente Mittel mit DEET oder Icaridin auf Haut und Kleidung, um Zecken abzuschrecken.
  3. Meide hohes Gras und Unterholz: Halte dich auf befestigten Wegen und meide dicht bewachsene Gebiete.
  4. Regelmäßige Kontrollen: Untersuche deinen Körper und deine Kleidung regelmäßig auf Zecken, insbesondere nach Aufenthalten im Freien. Achte besonders auf versteckte Stellen wie Kniekehlen, Achselhöhlen und den Genitalbereich.
  5. Haustiere schützen: Verwende zeckenabweisende Mittel für Haustiere und kontrolliere sie regelmäßig.
  6. Impfen. Bei Aufenthalten in FSME Risikogebieten ist einer FSME Impfung dringend zu empfehlen. Wenn Sie Patient bei uns sind, kommen Sie einfach vorbei, einen Termin brauchen Sie nicht. Im Kreis Lippe gibt es keine FSME. Gegen die Boreliose kann man (noch) nicht impfen. Die wird mit Antibiotika behandelt.

Umgang mit Zeckenbissen

  1. Zecke schnell entfernen: Entferne die Zecke so schnell wie möglich mit einer feinen Pinzette oder einem speziellen Zeckenentferner. Greife die Zecke so nah wie möglich an der Haut und ziehe sie langsam und gerade heraus.
  2. Bissstelle desinfizieren: Reinige die Bissstelle gründlich mit Desinfektionsmittel, nachdem die Zecke entfernt wurde.
  3. Biss beobachten: Achte auf Anzeichen einer Infektion oder eines roten Hautausschlags (Wanderröte) um die Bissstelle. Notiere das Datum des Bisses, um mögliche Symptome besser nachverfolgen zu können.
  4. Arzt aufsuchen: Wenn sich Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen oder ein Ausschlag entwickeln, suche umgehend einen Arzt auf. Diese könnten Anzeichen für durch Zecken übertragene Krankheiten wie Borreliose oder FSME sein. Das aber nur wenn der Biss in einem Zeckenrisikogebiet erfolgte. Der Kreis Lippe zählt nicht dazu.
  5. Bei uns im Kreis gibt es keine FSME aber die Borreliose. Die Borreliose ist eine Blickdiagnose und leicht am ganz typischen Ausschlag zu erkennen. Sie können uns ein Bild über eine gesicherte Emailverbindung schicken und wir schauen uns das für Sie gerne an.

Gerüchte und unnötige, schädliche Untersuchungen

Nach einem Zeckenbiss sind nicht alle Untersuchungen sinnvoll und notwendig. Hier sind einige Beispiele für unnötige Untersuchungen und Maßnahmen, die oft durchgeführt werden, aber in den meisten Fällen nicht erforderlich sind:

  1. Routine-Bluttests unmittelbar nach dem Zeckenbiss:
    Bluttests direkt nach einem Zeckenbiss sind oft nicht aussagekräftig. Antikörper gegen Borrelien, die Erreger der Lyme-Borreliose, sind in der Regel erst nach mehreren Wochen nachweisbar. Ein frühzeitiger Bluttest kann daher zu falschen negativen Ergebnissen führen.
  2. Antibiotische Behandlung ohne Symptome:
    Eine sofortige prophylaktische Antibiotikabehandlung nach jedem Zeckenbiss ist in den meisten Fällen nicht notwendig und kann zur Resistenzentwicklung beitragen. Antibiotika sollten nur verabreicht werden, wenn Symptome einer Infektion auftreten oder ein hohes Risiko für eine Infektion besteht.
  3. Zecken auf Krankheitserreger testen:
    Das Testen der entfernten Zecke auf Borrelien oder andere Krankheitserreger kann irreführend sein. Selbst wenn die Zecke positiv getestet wird, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass eine Übertragung stattgefunden hat. Ebenso bedeutet ein negatives Ergebnis nicht, dass keine Infektion stattgefunden hat.
  4. Unnötige Bildgebende Verfahren:
    Röntgenaufnahmen oder MRTs sind in der Regel nicht erforderlich, es sei denn, es gibt spezifische medizinische Indikationen, die darauf hinweisen, dass die Krankheit fortgeschritten ist und innere Organe oder Gelenke betroffen sind.
  5. Wiederholte Antikörpertests ohne Symptome:
    Mehrfache serologische Tests ohne klinische Symptome sind oft nicht hilfreich. Sie können zu unnötiger Besorgnis und Überdiagnosen führen.

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