Jede Minute zählt!

Ein Herzinfarkt bedeutet immer akute Lebensgefahr. Die Alarmzeichen bei einem Herzinfarkt sind vielfältig und werden oftmals nicht richtig erkannt. Im Notfall ist es jedoch sehr wichtig, keine Zeit zu verlieren und sofort den Notarzt zu rufen, damit das Herz schnell behandelt werden kann.  Unter einem Herzinfarkt versteht man das Absterben von Gewebe des Herzmuskels nach einem plötzlichen Verschluss eines Herzkranzgefäßes. Die Herzkranzgefäße versorgen den Herzmuskel mit Blut und damit mit Sauerstoff und Nährstoffen.

Risse in Gefäßen

Häufigste Ursache für den Verschluss ist die Arterienverkalkung (Arteriosklerose). In den dabei entstehenden Gefäßablagerungen können sich kleine Risse entwickeln. Um diese zu reparieren, bildet sich ein kleines Gerinnsel aus Blutplättchen (Thrombus).
 
Das ohnehin verengte Gefäß kann allerdings dadurch ganz verstopft werden. Die Folge: Herzinfarkt. Das Gewebe des Herzmuskels beginnt schon 20 bis 30 Minuten nach dem Infarkt abzusterben. Innerhalb von sechs Stunden ist das Gewebe irreparabel geschädigt.

Auch Frauen sind betroffen

Immer noch sterben etwa 30 Prozent aller Herzinfarktpatienten auf dem Weg in die Klinik, weil der Infarkt nicht rechtzeitig erkannt und behandelt wurde. Für Experten besonders alarmierend ist, dass der Zeitpunkt, in dem eine Therapie beginnt, sich in den letzten Jahren immer weiter hinausgezögert hat.

Nicht zögern - Notruf wählen!

Patienten warten oft Stunden bis sie den lebensrettenden Notruf absetzen. Entweder verdrängen sie ihre Beschwerden und hoffen, dass diese sich von selbst wieder bessern, oder aber sie wollen den Rettungsdienst nicht unnötig stören. So vergehen heute durchschnittlich mehr als zwei Stunden vom Auftreten erster Beschwerden bis zur Aufnahme des Patienten in eine Klinik. Doch je früher ein Herzinfarkt behandelt wird, umso geringer ist der Schaden am Herzmuskel und umso besser erholt sich der Patient.   
 
Ein weiterer Grund, warum ein Herzinfarkt nicht rechtzeitig erkannt und behandelt wird: Die meisten meinen, ein Herzinfarkt sei "Männersache". Doch das ist ein großer Irrtum. Denn mittlerweile zählt der Herzinfarkt zu den häufigsten Todesursachen bei Frauen. Neben den typischen Beschwerden (siehe unten) treten bei Frauen öfter uncharakteristische Beschwerden wie Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit und Erbrechen, Atemnot und Rückenschmerzen auf.
 
Hinzu kommt, dass viele Frauen gar nicht daran denken, einen Herzinfarkt bekommen zu können. Auftretende Symptome werden von ihnen falsch interpretiert. Auch Ärzte neigen dazu, bei Frauen Herzinfarktsymptome zu verkennen, so dass bis zur Diagnose zu viel Zeit vergeht.

Schmerzen, Engegefühl und Todesangst

Generell gilt: Bei schweren, länger als fünf Minuten anhaltenden Schmerzen im Brustkorb, die in Arme und Schulterblätter ausstrahlen, aber auch in den Hals, Kiefer und bis in den Oberbauch ist durchaus mit einem Herzinfarkt zu rechnen.
 
Weitere mögliche Symptome sind:

  • heftiger Druck im Brustkorb
  • starkes Engegefühl und Luftnot
  • Übelkeit und Erbrechen
  • kalter Schweiß
  • schwacher Puls
  • Todesangst.

Schnell handeln rettet Leben

Ein Herzinfarkt bedeutet immer akute Lebensgefahr. Daher sollte man bei Verdacht sofort die Rettungsleitstelle informieren und dabei nicht vergessen zu erwähnen, dass der Verdacht auf einen Herzinfarkt besteht. Wichtig ist auch, die genaue Anschrift, den eigenen und den Namen des Patienten und eine Rückrufnummer mitzuteilen.

Bis der Notarzt eintrifft, sollte man den Betroffenen am besten in eine aufrecht sitzende Position bringen. Falsch ist es, seine Beine hochzulegen. Man sollte außerdem für Ruhe sorgen und jegliche Aufregung vermeiden. Gegebenenfalls kann man enge Kleidung und Krawatte des Patienten lockern. Der Notarzt trifft innerhalb von wenigen Minuten ein. Er ist für die Sofortbehandlung eines Herzinfarktes speziell ausgebildet. Auf keinen Fall sollte man zuerst den Hausarzt informieren oder gar noch einen Termin ausmachen.

Ihre Blutdruckspezialisten

Dr. med. Matthias Hempel
Dr. med. Matthias Hempel
Dr. med. Armin Plaschke
Dr. med. Armin Plaschke