Masern-Fälle in einem Jahr verdoppelt

Das Virus ist potenziell lebensgefährlich - und verbreitet sich wieder weltweit. 2018 stieg die Zahl der gemeldeten Masern-Fälle auf 229.000. Dabei ist ein lebenslanger Schutz schon nach einmaliger Impfung sehr hoch.

Nach jahrelang rückläufigem Trend nehmen die Fälle von Masern weltweit wieder zu. Die vorläufige Zahl der gemeldeten Erkrankungen hat sich 2018 im Vergleich zum Vorjahr auf 229.000 verdoppelt, teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf mit.
Die tatsächliche Zahl dürfte aber über der Zwei-Millionen-Grenze liegen, sagte Katherine O'Brien, Direktorin der WHO-Impfabteilung. "Wir gehen davon aus, dass weltweit weniger als zehn Prozent aller Erkrankungen gemeldet werden", sagte sie. Die Zahl der gemeldeten Fälle dürfte zudem noch steigen. Die endgültigen Zahlen liegen demnach erst nach April vor.
Besonders starker Anstieg der Masern-Fälle in Europa. In Europa stieg die Zahl der gemeldeten Fälle 2018 im Vergleich zum Vorjahr sogar auf das Dreifache. Auffällig bei der Häufigkeit von Masern sind die großen regionalen Unterschiede. "In einigen Bundesländern treten die Masern nur noch selten in Erscheinung, wie in Mecklenburg-Vorpommern, dem Saarland oder Sachsen-Anhalt", heißt es in einem aktuellen RKI-Bericht. Häufiger träten Masern hingegen etwa in Berlin und Nordrhein-Westfalen auf.
"Masern ist eine vermeidbare Krankheit", sagte O'Brian. "Wir haben eine extrem sichere und sehr effektive Impfung dagegen." Das Virus kann das Gehirn befallen und lebensgefährlich sein.

Lebenslang immun durch Impfung

Das Robert-Koch-Institut empfiehlt Erwachsenen, die nach 1970 geboren sind und deren Impfstatuts unklar ist, sich einmalig gegen die Viruskrankheit impfen zu lassen. Nach einer Impfung bleibt die Immunisierung lebenslang erhalten. Menschen, die älter sind, haben laut Robert-Koch-Insitut die Krankheit mit "hoher Wahrscheinlichkeit" durchgemacht und sind immun. Jedoch empfiehlt das Institut auch ihnen bei Unsicherheit die Impfung.
Bei Kontakt mit der Krankheit sollte bei Nicht-Geimpften möglichst innerhalb von drei Tagen eine Immunisierung erfolgen. Die Schutzwirkung bei einmaliger Impfung liegt Studien zufolge zwischen 94 und 95 Prozent, bei Zweimaliger sogar bei 99 Prozent.

Was kann ich tun um mich und meine Umgebung zu schützen?

Sind Sie nach 1970 geboren? Dann schauen Sie in Ihren Impfausweiß ob Sie 2 MMR (Masern-Mumps-Röteln) Impfungen erhalten haben. Wenn nicht oder Sie oder Ihre Angehörigen (Eltern) wissen nicht ob Sie Masern gehabt haben dann kommen Sie zu uns, Sie erhalten eine einmalige Impfung und brauchen sich den Rest des Lebens nicht mehr darum kümmern.
Wenn Sie sicher Masern gehabt haben oder sicher 2mal geimpft wurden, dann sind Sie geschützt und brauchen nichts zu unternehmen.

Symptome und Komplikationen

Masern sind ansteckender als Ebola. Ohne Impfschutz gibt es keine spezielle Behandlungsmethode. Masernviren verbreiten sich durch Tröpfchen (Husten, Niesen) von Mensch zu Mensch. Typische Symptome sind Fieber, Hautausschlag, Husten, Schnupfen und Bindehautentzündungen. Es gibt keine wirksame Behandlung direkt gegen die Masernviren, nur unterstützende Therapien.
Eine Maserninfektion kann zu ernsthaften Komplikationen führen, vor allem bei Kindern unter 5 und Erwachsenen über 30. Dazu zählen starker Durchfall samt Austrocknung, Erblindung, Mittelohrentzündungen und Lungenentzündungen.
Heute halten viele Masern für eine harmlose Kinderkrankheit. Das mag daran liegen, dass seit den 1960er Jahren eine gut wirksame und sichere Impfung zur Verfügung steht. Zumindest den Menschen in wohlhabenden Ländern.
Durch die Impfung ist die Anzahl der Masernfälle weltweit stark zurückgegangen. Heute kennt, zumindest im westlichen Europa, kaum jemand noch die möglichen schwerwiegenden Folgen von Masern aus dem eigenen Familien- und Freundeskreis.

Gehirnentzündung – Spätfolgen ohne Heilung

Bei einer seltenen und besonders schweren Masern-Komplikation breitet sich die Erkrankung auf das Gehirn aus. Dabei greifen Masernviren ungefähr fünf bis zehn Jahre nach den vermeintlich überstandenen Masern Nervenzellen im Gehirn an. „Subakute sklerosierende Panenzephalitis“ heißt diese Erkrankung, kurz SSPE.
SSPE ist nicht heilbar. Als Spätfolgen der Masern löst die Krankheit u.a. geistigen Abbau (typisch sind Schulschwierigkeiten), Verhaltensveränderungen, Bewegungsstörungen, Krampfanfälle und Demenz aus. SSPE führt schließlich zum Koma und immer zum Tod.
Bei der letzten großen Masernepidemie in Österreich Mitte der 1990er Jahre kam es zu etwa 28.000 bis 30.000 Infektionen. In der Folge erkrankten 16 Kinder an der tödlich verlaufenden Gehirnentzündung.
Eine erschreckend hohe Zahl. Bisher war man davon ausgegangen, dass von 100.000 Masernerkrankten „nur“ etwa eine Person im späteren Leben SSPE entwickelt. Doch Studien aus den letzten Jahren deuten darauf hin, dass das Risiko vermutlich unterschätzt worden ist.
Neueren Schätzungen zufolge bekommen von 10.000 Masernerkrankten nach einer überstandenen Infektion offenbar ein bis zwei Personen im späteren Leben SSPE. Eventuell noch häufiger könnten Kinder betroffen sein, die im Alter von weniger als 2 Jahren die Masern durchmachen.

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