Verwirrt im Alter

Bei vielen älteren Menschen lässt das Gedächtnis stark nach. Sie leiden an Demenz. Für die meisten Patienten gibt es keine Heilung. Verschiedene Behandlungen können jedoch helfen, die Lebensqualität der Patienten zu verbessern. Zudem sollen Medikamente den Verlauf der Krankheit verlangsamen.

Demenz ist nicht heilbar.

Unter dem Begriff Demenz werden Erkrankungen zusammengefasst, bei denen die geistigen Fähigkeiten verloren gehen. Typische Symptome sind Verschlechterungen der Gedächtnisleistungen, des Denkvermögens, der Sprache und des praktischen Geschicks.

Aufgrund dieser Einschränkungen können Menschen mit Demenz ihre alltäglichen Aufgaben immer schlechter selbst bewältigen. In Deutschland leidet etwa eine Million Menschen an einer Demenz, die fast immer im Alter auftritt. Dabei haben neun von zehn Betroffenen eine Alzheimer Demenz oder eine vaskuläre Demenz.

Bei einer Demenz-Erkrankung werden ganze Hirnteile abgebaut. Nervenzellen im Gehirn sterben ab. Die genaue Ursache der Alzheimer-Krankheit ist bislang nicht bekannt. Meist unbemerkt sterben im Gehirn Nervenzellen und deren Verbindungen ab. Eine vaskuläre Demenz hingegen wird durch viele kleinere Schlaganfälle ausgelöst. Verschiedene Warnzeichen können auf eine beginnende Demenz hinweisen. Dazu gehören: Sprachprobleme, Vergesslichkeit oder Verwirrtheit, Schwierigkeiten gewohnte Handlungen auszuführen, Probleme mit der räumlichen und zeitlichen Orientierung oder eine eingeschränkte Urteilsfähigkeit. Auch Veränderungen der Persönlichkeit oder abrupte Stimmungsschwankungen können ein Zeichen für eine Demenzerkrankung sein.

Für den Großteil der Demenzpatienten gibt es keine Heilung, wohl aber einige Therapiemöglichkeiten, die die Lebensqualität verbessern können. Zunächst muss entschieden werden, ob der Betroffene noch zu Hause von Angehörigen gepflegt werden kann oder ob er auf professionelle Hilfe angewiesen ist. Eine Möglichkeit ist die Pflege in einem Heim oder in einer Tagesklinik. Alternativ kann die Betreuung auch von einem mobilen Pflegedienst oder von einer Pflegekraft übernommen werden, die den Patienten rund um die Uhr betreut. Wird professionelle Pflege in Anspruch genommen, ist es wichtig, den Patienten so gut wie möglich mit einzubeziehen.

Demenz-Patienten müssen von Fachkräften durch den Tag begleitet werden. Krankengymnastik hilft dabei, sowohl das Verhalten als auch das körperliche Erleben positiv zu beeinflussen. Mit Hilfe der Ergotherapie soll eine größtmögliche Selbstständigkeit im Alltag bewahrt werden. Sprach-, Sprech- oder Stimmstörungen können mit Logopädie verbessert werden. Bei Demenz eingesetzte Medikamente können den Krankheitsverlauf bislang nur verlangsamen, aber nicht aufhalten. Sie können jedoch vorübergehend die Gedächtnisleistung verbessern.

Eine Demenz ist auch für Angehörige belastend. Neben einer guten Information über die Krankheit sollte man versuchen, dem Kranken so viel Selbstständigkeit wie möglich zu erhalten, ohne ihn damit zu überfordern. Alte Gewohnheiten und vertraute Menschen sind dabei ebenso wichtig wie eine überschaubare Umgebung und gleichbleibende Tagesabläufe mit dosierten Freizeitaktivitäten. Von der Krankheit verschonte Fähigkeiten gilt es zu fördern. Blicke, Gesten und Berührungen helfen vor allem immer dann, wenn die sprachliche Verständigung schwieriger wird.

Eigene Belastungsgrenze respektieren  

Besonders sensibel sollte die Hilfe bei der persönlichen Pflege und Hygiene ausfallen, wenn die Betroffenen sie nur noch zum Teil oder gar nicht mehr alleine ausführen können. Angehörige dürfen sich selbst bei aller Fürsorge nicht vergessen. So sollten sie regelmäßige Erholungspausen einlegen.

Ihr Palliativmediziner

Dr. med. Matthias Hempel
Dr. med. Matthias Hempel