Arthrose

Arthrose ist die am weitesten verbreitete Gelenkerkrankung der Welt. Etwa fünf Millionen Menschen in Deutschland leiden nach Angaben der Deutschen Rheuma-Liga unter den Folgen ihrer geschädigten Gelenkknorpel. Schon ab Mitte 30 beginnt die schleichende Abnutzung der Gelenke, die schließlich zu Arthrose führen kann. Die Menschen werden immer älter, die Zahl der Übergewichtigen steigt. Im Alter zwischen 45 und 65 Jahren ist in Deutschland inzwischen mehr als jeder Zehnte betroffen.

Ein natürlicher Alterungsprozess

Bei Arthrose handelt es sich um eine Abnutzungs- und Verschleißerscheinung der Gelenke die mit zunehmendem Alter auftritt. Dabei kommt es zu einer Abnutzung der Knorpelschicht zwischen den Gelenkknochen. Mit dem zunehmenden Lebensalter wächst das Risiko, Arthrose zu bekommen. Dabei sind Frauen häufiger betroffen als Männer. Ursache können Verschleiß wegen schwerer körperlicher Arbeit, regelmäßige Überlastung zum Beispiel durch zu viel Sport, aber auch frühere Verletzungen oder Gelenkfehlstellungen sein. All dies hat zur Folge, dass die Gelenke mechanisch stärker beansprucht und abgenutzt werden. Auch Übergewicht stellt – durch die ständige Überlastung etwa der Kniegelenke – ein hohes Arthrose-Risiko dar.

Beschwerden bei Arthrose

Typisch bei Arthrose sind Steifheit und Gelenkschmerzen, die bei Bewegung langsam nachlassen, aber nach längerer Belastung wieder auftreten. Darüber hinaus gehören zu den Symptomen geschwollene Gelenke, die auf Druck mit Schmerzen reagieren. Tritt der Schmerz auch im Ruhezustand auf ist dies ein sicheres Zeichen für eine Überlastung. Dann kann eine Gelenkentzündung vorliegen. Besonders anfällig für Arthrose sind die Knie, die Hüfte, die Wirbelsäule, das Sprunggelenk und die Finger der Arbeits-hand

Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlung beginnt bei der Vorbeugung: Übergewicht sollte vermieden werden, moderater Sport trainiert die Muskulatur und entlastet die Gelenke. Achsfehlstellungen können unter Umständen mit Schuhzurichtungen oder Orthesen gemindert werden. Es gibt eine Unzahl von Medikamenten und Medizinprodukten, die gegen Arthrose vorbeugen oder die Frühformen behandeln sollen. Viele dieser, oft in den Anzeigenteilen von Illustrierten angepriesenen Produkten sind wirkungslos. Die Einnahme von Glucosamin- und Chondroitinsulfat soll Studien zufolge positive Effekte auf den Gelenkknorpel haben. Ebenso sind Spritzen mit Hyaluronsäuretherapie wirkungsvoll. Bei Versagen dieser Behandlungen kann eine Therapie mit nichtsteroidalen Antirheumatika in Tablettenform oder die Injektion von Lokalanästhetika evtl. mit Zusatz von Cortison in das betroffene Gelenk erfolgen. Versagt die konservative Behandlung kann häufig durch operative Verfahren geholfen werden. Minimalinvasive Verfahren erlauben heute an allen großen Gelenken Behandlungen von Knorpelschäden. In einzelnen Fällen können Knorpeltransplantationen helfen, oder die operative Korrektur von Achsfehlstellungen. In schweren und fortgeschrittenen Fällen von Arthrose können künstliche Gelenke eingebaut werden. Hier werden am häufigsten Knie- und Hüftgelenke ersetzt, aber auch Schulter-, Ellenbogen- oder Sprunggelenke können heute ersetzt werden. Diese Kunstgelenke halten 10-20 Jahre und erlauben in der Regel schmerzfreie Gelenkbewegungen.

Ihr Sportmediziner

Dr. med. Matthias Hempel
Dr. med. Matthias Hempel